Wir sind eine lernende Organisation – seit 1929.

Mission Statement

«Das Hauptausdrucksmittel der Architektur, jenseits aller technischen Belange, ist der Raum. Die Fähigkeit zur schöpferischen Raumgestaltung kennzeichnet den wahren Architekten.» (Walter Gropius, Kompass für Architekten, New York, 1955)

Architektur

Architektur dient als Mittel, um den menschlichen Lebensraum vom einzelnen Wohnhaus bis zur komplexen Stadt im Dialog mit der freien Natur zu ordnen, zu gestalten und sinnvoll zu begrenzen. Hierzu erschaffen wir dreidimensionale, physisch erlebbare Räume, die Antworten auf die definierten Probleme unserer Auftraggeber und die Anforderungen des jeweiligen Ortes geben. Die Architektur ist integraler Bestandteil der bildenden Kunst mit dem Unterschied, dass das gebaute Werk einen Gebrauchswert besitzt. Architektur ist ein kreativer Akt des Willens und eine intellektuelle Disziplin, die Geist und Seele bereichert. Dabei vertritt der Geist die Logik und Sachlichkeit, die Seele steht als Synonym für das Gefühl.

Denkmodelle und Haltung

Die Motivation unseres Schaffens ist der Wille und die Freude, qualitativ hochwertige Räume mit grossem gestalterischem Anspruch und einer eigenen Bestimmung zu realisieren. Räume, die sich in den Landschafts- und Stadtraum ein- und nicht anpassen. Dazu gehört eine spezifische Materialisierung und Konstruktion. Mit einer bewussten Gestaltung werden der Raum und dessen Oberflächen für alle fünf Sinne erlebbar gemacht und dadurch in ihrer Sinnhaftigkeit wahrnehmbar. Raum wird bis ins letzte Detail präzise gedacht und geplant. Damit erhält die Architektur eine unverwechselbare Identität.

Utilitas Venustas Firmitas 

Der Diskurs über Architektur wird auf rationaler Ebene geführt. Dabei berufen wir uns auf die klassische Architekturlehre, deren Logik und Klarheit für uns auch heute noch gültig und bestimmend sind.

  • Wir verpflichten uns dem städtischen Kontext.
  • Wir suchen das Einfache und lieben die Reduktion.
  • Wir schätzen die Eindeutigkeit und die Präzision.
  • Wir vermeiden Kompromisse und suchen das Archetypische.
  • Wir lieben das Moderne, nicht das Modische.
  • Wir entwickeln eindeutige und starke Konzepte.
  • Wir finden ökonomische und nachhaltige Lösungen.
  • Wir kennen das Wort NEIN.

Das architektonische Konzept entsteht zum einen aus der Interpretation des Ortes. Er ist der DNA-Strang, mit dem unsere Architektur unzertrennlich verbunden ist. Zum anderen ist die Reduktion eine Methode, die uns zum städtebaulichen beziehungsweise zum architektonischen Konzept führt. Dabei wird die Idee auf die wesentliche Essenz reduziert. Uns bewegen die Präzision und die Eindeutigkeit. Wir wollen Klarheit und Einfachheit. In diesem Prozess entstehen leicht verständliche, eindeutige architektonische Strukturen sowie logische und dauerhafte Konstruktionen.

Vorbilder und Referenzbauten aus der Geschichte helfen, unsere Vorstellungen zu klären. Jeder architektonische Entwurf ist innerhalb eines Ganzen zu verstehen. Er gibt Auskunft über die Beziehung zum nächstgrösseren und auch zum nächstkleineren Massstab.

Eine Architekturwerkstatt mit Geschichte

1929–1960

Wilhelm Fischer, der Begründer des Architekturbüros, kam am 4. Februar 1900 im aargauischen Dottikon als Sohn eines Schreinermeisters zur Welt. Der väterliche Schreinerbetrieb prägte ihn nachhaltig und war die Basis für sein späteres solides handwerkliches Schaffen. Im Jahr 1921 trat der erfolgreiche junge Techniker seine Wanderjahre an. Sie führten ihn in das vom Ersten Weltkrieg noch stark gezeichnete Deutschland.

Erster Arbeitsort war das Büro von Professor Klotzbach in Wuppertal-Barmen, wo ihm die selbstständige Bauleitung zweier grosser Landhäuser in Berlin-Grunewald übertragen wurde. Von 1925 bis zur Gründung der eigenen Firma 1929 hiessen seine Arbeitsstationen Ziegler und Balmer in St. Gallen, Professor Rittmeyer & Furrer in Winterthur und Architekturbüro Tittel in Zürich.

In der aufstrebenden Wirtschaftsmetropole Zürich bot sich mit dem Neubau für das Fabrik- und Wohngebäude SIM AG, Zürich (1929) am Letzigraben in Zürich-Albisrieden die Chance zum Wechsel in die Selbstständigkeit. Erste grössere Wohnüberbauungen folgten, zum Beispiel die Wohnhäuser Speerstrasse, Zürich (1932) und das heute noch sehr gut erhaltene und gemässigt modern geltende ehemalige Restaurant Morgenstern, Zürich (1935).

Beeinflusst durch die Bauten von Max E. Haefeli, erbaute Wilhelm Fischer das Wohnhaus Lagler, Uitikon (1957), ein Wohnhaus mit offenem Grundriss und der typischen Formensprache der Fünfzigerjahre. Wilhelm Fischer blieb dem Büro bis 1979 treu.

1960–2001

Im Jahr 1960 trat Wilhelms Sohn Eugen O. Fischer in das Architekturbüro ein. Nach erfolgreichem Studium an der ETH Zürich und einer Tätigkeit als Assistent bei Professor Albert H. Steiner wandte sich der junge Architekt der Berufspraxis und Wettbewerben zu.

Erste Erfolge liessen nicht lange auf sich warten. So entwarf er das Schulhaus Liguster, Uitikon (1960), das leider nicht ausgeführt wurde. Seine Nähe zu damals architektonischen Vorbildern wie Walter M. Förderer, Roland Gross, Claude Paillard oder Ernst Gisel zeigte sich etwa beim ersten Preis im Wettbewerb um die Primarschule Vogtsrain, Zürich Höngg (1966–1973). Weitere siegreiche Arbeiten in Schulbauten folgten und veranschaulichen Eugen O. Fischers architektonischen Anspruch und seinen Versuch, sich mit den erwähnten Vorbildern zu messen. Beispielhaft dafür sind der erste Preis für die Kirche St. Katharina, Zürich-Affoltern (1967–1972), welche die «Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich» erhielt, oder der erste Preis für das Schulhaus Büel B, Unterengstringen (1974).

Im Jahr 1967 trat mit Eugen Mannhart ein weiterer Partner in das Büro ein. Er widmete sich dem Aufbau des Projektmanagements und der Bauleitung, während sich Eugen O. Fischer verstärkt auf architektonische Fragestellungen konzentrierte. Gemeinsam führten die beiden Partner die Firma zu weiteren Erfolgen; so gewannen sie zum Beispiel den Wettbewerb Gartensiedlung Winzerhalde, Zürich (1978–1982), die ebenfalls eine «Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich» erhielt.

Die Bauwirtschaft boomte, und so konnten grössere Bauprojekte, die heute das Stadtbild von Zürich prägen, realisiert werden. Dazu gehören das Wohn- und Geschäftshaus Neumarkt, Zürich-Oerlikon (1978–1981) und das Projekt Umbau und Sanierung Sihlpost, Zürich (1994–1997) zusammen als ARGE mit Werner Stücheli. Einen schmerzhaften Entscheid musste das Büro Fischer Architekten hinnehmen, nachdem es den Wettbewerb Ausbau ETH Hönggerberg, Zürich (1990) zuerst gewonnen hatte, der Auftrag nach einer Überarbeitung jedoch an Mario Campi ging.

Die letzten Jahre seiner Schaffensperiode widmete sich Eugen O. Fischer vermehrt der Zukunft des Büros und seiner Nachfolge. Er entwarf neue Projekte zusammen mit jungen begabten Architekten im Team. Erwähnenswert sind das Bürogebäude Ticino Vita, Dübendorf (1991–1992) oder der erste Preis für den Umbau Chemiegebäude ETH Zentrum, Zürich (1997–2001) sowie der erste Preis für die Wohnüberbauung Chrüzächer, Regensdorf (1998–2001), die Eugen O. Fischer leider nicht mehr als ausgeführte Werke erleben durfte.

Nach dem Tod von Eugen O. Fischer im Dezember 1999 trieb die Geschäftsleitung, bestehend aus Eugen Mannhart und Marcel Barth, die vom Patron selbst angeregte Neuausrichtung des Architekturbüros weiter voran.

2001–heute

Die Fischer Architekten AG und die Leuner & Zampieri AG haben während mehrerer Jahre an gleichen Wettbewerben jeweils unter eigenem Namen teilgenommen. So kam der erste Kontakt zwischen Eugen Fischer und mir zustande. Ab 1998 bearbeitete ich für ihn auf seinen Wunsch hin diverse Wettbewerbe mit meinem Büro. Der bevorstehende Generationenwechsel, die spannenden Aufträge der Fischer Architekten AG und deren gute Vernetzung boten mir als jungen Architekten die Möglichkeit, meinen Wunsch nach Wachstum zu realisieren. Das bewog mich, 2001 als neuer Partner mit dem von mir gegründeten Architekturbüro und dem zwischen 1995 und 1999 zusammen mit Danilo Zampieri geführten Büro Leuner & Zampieri AG in die Firma Fischer Architekten AG einzutreten.

Als die beiden Büros fusionierten, übernahm ich die Geschäftsführung als Mehrheitsaktionär. Zusammen mit den damaligen Kadermitgliedern Beat Engeler, Ernst Breiter und Beat Eyer bildeten wir die neue Geschäftsleitung. Mein Ziel war, die Architekturwerkstatt nach einem einheitlicheren Architekturverständnis und einer einheitlicheren Architektursprache auszurichten. Die wichtigsten Arbeiten von der Leuner & Zampieri AG wurden zu Leitbauten, an denen sich die im Umstrukturierungsprozess befindende Fischer Architekten AG bei ihrer architektonischen Erneuerung orientierte.

Stellvertretend für diese strukturierte Denkweise und die klare Formensprache gelten folgende Bauten und Wettbewerbe: das Doppeleinfamilienhaus, Thunstetten (1990–1992) und das Wohn- und Gewerbehaus, Suhr (1992–1994), das 1995 mit dem SIA-Preis «Priisnagel für gute Bauten» ausgezeichnet wurde. Ein weiteres wichtiges Bauwerk ist das Geschäftshaus Lightcube, Glattpark Opfikon (2001–2005) mit seinen räumlichen Durchdringungen und terrassierten Gärten im Innenraum. Ebenso der Wettbewerb für das Krematorium Aarau (1997–2001) mit seinen beiden Glasmembranen sowie das Geschäftshaus Eggbühlstrasse, Zürich-Oerlikon (2000–2003) mit seiner bedruckten und geätzten Glasfassade.

Die neuen Strukturen begannen zu greifen. Im Jahr 2001 gewann die Fischer Architekten AG den zweiten Preis im international besetzten Wettbewerb für die AMAG-BVK, Zürich und anschliessend den ersten Preis für die Universitätsklinik Balgrist, Zürich (2002–2004), die wir nur bis zum Vorprojekt weiterbearbeiten konnten. Einen zweiten Preis holten wir für den Entwurf im international ausgeschriebenen Wettbewerb für das Schweizerische Landesmuseum, Zürich (2000–2001). Als ein weiteres Bauwerk für die neu definierte architektonische Haltung gilt das formal stark reduzierte und räumlich mit Split-Level ausgeführte Wohnhaus «Villa Stüber», Zollikon (2002–2005). Eine eigene Handschrift wurde sichtbar.

Im Jahr 2001 wurde das QM-System nach ISO 9001 eingeführt und damit die Basis für ein klar strukturiertes und inhabergeführtes, grosses Architekturbüro mit konstant 50 bis 60 Mitarbeitenden geschaffen. Die Führungs- und Beteiligungsstruktur lässt mehrere Generationen gut miteinander auskommen. Dieses Mehrgenerationenmodell ist einzigartig in der Branche und schafft eine Basis, auf der die Architekturwerkstatt kontinuierlich und qualitativ hochstehend funktioniert.

Erfahrene Architekten wie Beat Engeler, Ernst Breiter und Beat Eyer waren in den Jahren 2003 bis 2014 geschätzte und erfolgreiche Mitglieder der Geschäftsleitung und gleichzeitig Partner der Firma. Sie halfen mit ihrem Wissen, den Umstrukturierungsprozess voranzutreiben und die Basis für die Zukunft zu legen.

2014 traten die jungen Architekten Timo Allemann und Ivo Weinhardt als neue Partner in die Geschäftsleitung ein. Sie unterstützen mich dabei, das 2015 gemeinsam definierte «Mission Statement» täglich umzusetzen und dessen Inhalte und Wertvorstellungen in den realisierten Bauwerken sichtbar werden zu lassen.

Die Fischer Architekten AG wendet sich vermehrt dem Wettbewerbswesen zu und beteiligt sich oft auf Einladung oder an öffentlich ausgeschriebenen Konkurrenzverfahren. Eine stattliche Anzahl an ersten Preisen hat in den letzten 15 Jahren dazu geführt, dass die Architekturwerkstatt ihre Akquisitionen zu etwa 70 Prozent aus Wettbewerben und Studienaufträgen tätigen kann. Die Werkstatt bleibt dadurch unabhängig und frei.

Christian Leuner

Mitglied SIA
Schweizer Baumuster-Centrale Zürich
Mitglied NNBS
forum energie zürich
Bauen Digital Schweiz
Schweizerisches Architekturmuseum