Hochbord, Dübendorf

1. Preis, Hochbord, Dübendorf
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Das Wettbewerbsprojekt versteht die Typologie des Blockrands mit grosszügigem privatem Innenhof als logische Konsequenz im bestehenden Raumgefüge. Das ab Herbst 2017 bezugsbereite Gebäude an der Sonnentalstrasse in Dübendorf mit rund 225 Wohnungen sowie Gewerberäumen im Erdgeschoss reagiert differenziert auf die vier jeweils unterschiedlichen Aussenräume. Ein «Hofgarten» ist private Oase und Erweiterung des individuellen Wohnraums.

Das Hochbord in Dübendorf, nur wenige Minuten vom Bahnhof Stettbach entfernt, zählt zu den aufstrebenden Quartieren nahe der Zürcher Stadtgrenze. Das bisher durch heterogene Strukturen aus grossmassstäblichen, hohen industriellen Gebäuden und landwirtschaftlich genutzten Flächen mit niedrigen Bauten geprägte Gebiet erfährt seit Einführung des neuen Quartierplans eine Umzonung in grossvolumige Wohnüberbauungen und Gewerbe. Basierend auf diesem Quartierplan konnten Fischer Architekten 2012 mit einem dem städtebaulichen Kontext verpflichteten Wettbewerbsbeitrag für eine neue Wohnüberbauung an der Sonnentalstrasse überzeugen. 

Der Neubau übernimmt die Typologie des Blockrandes, die der Quartierplan als Basis vorgibt. Damit schafft er Ordnung und Orientierung im öffentlichen Raum. Differenziert geht er auf die unterschiedlichen angrenzenden Stadträume ein – etwa mittels Rücksprung im Nordwesten, um nötigen räumlichen Abstand zum geplanten Hochhaus und der anliegenden Verkehrskreuzung zu gewährleisten.

Klassisch in Sockel, Mittelbau und Attika gegliedert, reagiert das ab Herbst 2017 bezugsbereite Gebäude mit rund 225 Wohnungen sowie Gewerberäumen im Erdgeschoss differenziert auf die vier jeweils unterschiedlichen Aussenräume – das städtische Element der autofreien Allee auf der Westseite, die verkehrs- und lärmbelastete Hochbordstrasse auf der Süd- und Ostseite sowie die sonnenabgewandte Seite im Norden. Fast sämtliche Wohnungen sind auf zwei Seiten hin ausgerichtet: zum belebten Stadtraum einerseits, andererseits zum begrünten Innenhof, dem Herzstück der Anlage. Der «Hofgarten» ist private Oase und Erweiterung des individuellen Wohnraums. Über 40 Grundrisse bieten Raum für unterschiedliche Zielgruppen mit je unterschiedlichen Ansprüchen. Die drei Wohnungstypen «Individual», «Urban» und «Classic» reagieren dabei auf die vielfältigen Lebenssituationen und Wohnkonzepte der zukünftigen Bewohner.

Die Aussenfassade wird konzeptionell durch horizontale Bänder gefasst, welche das Objekt optisch in die Länge ziehen und ihm Dynamik verleihen. Das grobverputzte Brüstungsband stülpt sich vor den Wohnräumen jeweils zu weit auskragenden Balkonen aus weiss lackiertem Metall aus, deren diagonale Versetzung mehrgeschossige Aussenräume schafft. Für die Fensterbänder kommen glasfaserverstärkte scoba®light-Kunststoff-Lichtwellplatten mit einer speziell für das Projekt entwickelten Wellenform zum Einsatz. In ihrer spezifischen Anordnung zwischen den Fenstern erinnern die Lichtwellplatten an sachte im Wind wehende Gardinen. Als Metapher übersetzen sie das Thema der inneren Wohnlichkeit nach aussen, wobei sich der Effekt von fliessendem Stoff erst bei genauerer Betrachtung als optische Täuschung entpuppt.

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Adresse
Hochbordstrasse 40, 8600 Dübendorf, Schweiz
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Bauherrschaft
Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, Bern
Aufgabe
Wohnüberbauung
Auszeichnung
1. Preis
Leistungen
Wettbewerb, Projektierung, Ausführungsplanung und Generalplanung
Bearbeitungszeit
2012–2017
Herausforderung
Lärmimmission
Fotografie
Roman Weyeneth, David Küenzi