Erweiterung LGT Vaduz

LGT Vaduz, Wetzikon, Fischer Architekten AG Zürich
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Der Wettbewerbsbeitrag Komorebi im Auftrag der LGT Vaduz ist mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden. Das Projekt zur Erweiterung des Hauptsitzes der liechtensteinischen Bank befindet sich inmitten des Quartiers Egerta und Altabach in Vaduz, Liechtenstein. Es ist Teil der Kernzone, in der hauptsächlich Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt sind und die eine höhere Dichte als die umliegenden Wohnquartiere aufweist. Der Neubau verankert sich am Egertaweg, entlang dessen sich das Rückgrat der Kammstruktur, der Topografie folgend, entwickelt. Die Gebäude sind durch die zueinander höhenversetzten Finger, welche parallel zum Hang liegen, zonentypisch viergeschossig.

An der Egertastrasse und Altenbach bildet die Grossform relativ kurze, quartierverträgliche Fassaden mit lediglich drei Geschossen aus. Die Erweiterung des Neubaus bis an die Herrengasse birgt ein grosses klärendes Potential für das Quartier. Die Staffelung der Eingangsfassade entlang des Egertaweges zeigt die dahinterliegende Kammstruktur und spannt gemeinsam mit dem bestehenden Hauptgebäude unterschiedliche Aussenräume auf.

Der Egertaweg und die bereits bestehende Gartenanlage liegen abseits der Hauptverkehrsachsen und bieten die Chance, die Qualität der zweiten Reihe zu nutzen und sie den Mitarbeitenden als hochwertigen Erholungs- und Pausenbereich anzubieten. So wird die bestehende Gartenanlage nördlich des Hauptgebäudes zu einem «Pocket-Park» erweitert, der einen anregenden Aufenthalt ermöglicht. In den Eingangsbereichen des Gebäudes und am südlichen Eintritt in das Areal werden am Egertaweg kleine Treffpunkte angeboten. Die Wahl des Materials orientiert sich dabei am Bestand. Blumenwiese und Staudenpflanzungen sorgen für ein abwechslungsreiches Bild innerhalb der Freiräume.

Die visuelle Vielfalt wird auch in den Höfen weitergeführt. Sie dienen als «optischer Pausenbereich». Eine üppige Bepflanzung aus Stauden und Gehölzen ist von allen Geschossen erlebbar. Der Neubau ist über den Egertaweg als Teil des Parkes und über die Tiefgarage mit dem Bestand verbunden. Ein neuer Zugang in der Nordostfassade im 1.OG des Altbaus stellt eine sehr direkte Verbindung zwischen den beiden Häusern sicher. Die Haupteingänge liegen auf unterschiedlichen Niveaus entlang dem Egertaweg.

Parallel zu diesen verläuft auch die interne Erschliessung und Verbindung der drei Finger. Dies erlaubt das Durchwandern des Gebäudes von Halbgeschoss zu Halbgeschoss. Hier befinden sich neben den technischen Räumen und Steigzonen auch der Grossteil der Besprechungszimmer, was diese dem ganzen Haus einfach zugänglich macht. Die Arbeitsräume selbst sind alle zweiseitig belichtet und auf die grünen Innenhöfe ausgerichtet. Die schmalen Mittelzonen nehmen die Nebenflächen auf, ohne die Transparenz von Fassade zu Fassade und über die Innenhöfe hinweg zu beinträchtigen.

Der Neubau setzt konsequent auf ein Büroraster von 1,2 Metern, was neben den geforderten Open Space-Büros auch eine freie Einteilung in Einzel- oder Doppelbüros erlaubt. Die Fassade aus lokaler, braun-druckimprägnierter Tanne ist sehr unterhaltsarm und witterungsbeständig. Eine Umsetzung in Eiche für eine noch hochwertigere und völlig unempfindliche Fassade ist ebenfalls denkbar. In jedem Fall widerspiegelt das Material den Nachhaltigkeitsanspruch der Bauherrschaft und auch im Innern ist das Tragwerk aus Brettschichtträgern das prägende Element der Raumstimmung – gemeinsam mit der sichtbaren Betondecke und den Holz-Metall-Fenstern in Eiche.

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Adresse
Herrengasse 12, 9490 Vaduz, Schweiz
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Bauherrschaft
Aufgabe Erweiterung des Hauptsitzes der LGT Bank um einen Neubau für 400 Büroarbeitsplätze mit Auditorium und Nebennutzungen
Auftragsart Wettbewerb auf Einladung
Auszeichnung 1. Preis
Herausforderung Anspruchsvolle Etappierung, Bezug zum Mutterhaus, herausfordernde Topographie, Low-Tech Ansatz mit Zertifizierung nach Leed und Minergie P Eco
Visualisierung