Wohnüberbauung Steinweid, Kilchberg

Steinweid, Kilchberg, Fischer Architekten AG Zürich
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Vier Mehrfamilienhäuser ordnen sich als kongruente, achteckige Polygone in einer dynamischen Drehung entlang der leicht gebogenen Wohnstrasse an. Mit grosszügigen Grundrissen und wertigen Materialien übersetzt die Wohnsiedlung in der Zürichsee-Gemeinde Kilchberg die Typologie des grossbürgerlichen Wohnens zum Anfang des 20. Jahrhunderts in die Gegenwart. Die Komposition des Körpers und der Volumetrie sowie die Materialisierung referenzieren an das Haus Lange von Mies van der Rohe.

Das vom Zürcher Stadtzentrum nur wenige Kilometer entfernte Kilchberg liegt zwischen linkem Seeufer und Sihltal. Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhäuser mit grosszügigen Grünräumen prägen das Siedlungsmuster im Planungsgebiet. Ein vorhandener Gestaltungsplan orientiert sich stark an diesen örtlichen Qualitäten sowie an den bewegten Geländeverläufen. In den vordefinierten Baufeldern ist denn auch nur eine eingeschränkte Höhenentwicklung der Baukörper erlaubt.

Die vier Volumen, die mit maximaler Nutzungsfläche fächerartig entlang der Steinweidstrasse gesetzt wurden, lassen sich strassenseitig als Reminiszenz einer zweigeschossigen Villa lesen. Die abfallende Parzelle bietet gartenseitig jedoch die Möglichkeit zur Dreigeschossigkeit. Die oberen Etagen geben die Sicht frei bis zu den Glarner Alpen im Süden sowie dem Stadtkörper von Zürich und dem Uetliberg im Nordwesten.

Das bewusste Ausdrehen der vier Volumen im jeweils gleichen spitzen Winkel zur leicht gewundenen Strasse schafft Rhythmus und Dynamik und ermöglicht eine klare Adressbildung. Die Stirnseiten der Baukörper werden nach einer streng geometrischen Regel verjüngt. Die so entstandenen Bruchkanten an der Fassade verleihen den Körpern eine spielerische Leichtigkeit und eröffnen grosszügige Sichtachsen in alle Richtungen. Trotz räumlicher Nähe wirken die vier Bauvolumen elegant und entspannen die vorhandene Dichte.

Die gelochten massiven Brüstungen der Attikaterrassen und die grosszügigen Fensteröffnungen gliedern die talseitige Fassade horizontal. Die sensibel gestaltete Gartenanlage unterstützt die Atmosphäre eines gepflegten und grosszügigen Wohnens. Auch in der Grundrisstypologie verweisen die Häuser auf ihre Umgebung: Eine weite Eingangshalle und tapezierte Wände mit Holzabschlüssen sind genauso wichtig wie die klassische Diele mit Sichtachsen zum Tagesraum und in den Gartenbereich.

In der äusseren Materialisierung verweist der gebrannte Backstein einerseits auf den lehmhaltigen örtlichen Baugrund. Gleichzeitig erinnert der hochwertige Klinker in warmen Rot- und Brauntönen an die Gründerzeit und ist Zeichen von gebauter Dauerhaftigkeit und Qualität.

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Adresse
Steinweidstrasse, 8802 Kilchberg, Schweiz
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Aufgabe Wohnüberbauung mit 24 Eigentumswohnungen und Tiefgarage
Auftragsart Machbarkeitsstudie/Direktauftrag
Leistungen Projektierung, Ausschreibungsplanung, Ausführungsplanung, Generalplanung
Bearbeitungszeit 2013–2018
Herausforderung Planung einer identitätsstarken Wohnsiedlung innerhalb eines best., engen Gestaltungsplans
Fotografie
Roger Frei, Jernomo Vilaplana, Marc Holle