Wasserspiel Aquaretum, Zürich

Fischer Architekten AG Zürich, Aquaretum, Hafen Enge

Das Wasserspiel Aquaretum beim Hafen Enge, ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt Zürich, hat im Frühjahr 2019 eine neue Erscheinung erhalten. Am Standort des technisch in die Jahre gekommenen Vorgängers gibt die neue Komposition des Zürcher Klangkünstlers Andres Bosshard dem Rhythmus der Stadt ein Gesicht. Unter der Leitung von Fischer Architekten hat ein interdisziplinäres Team von Spezialisten dieses Projekt an der Schnittstelle von Kunst und Architektur geplant und realisiert.

In einer ersten Phase haben Fischer Architekten den Umfang des Eingriffs mit der Auftraggeberin festgelegt und den Künstler Andres Bosshard zur Konzeptentwicklung beigezogen. Für die technische Umsetzung wurde das Wissen ausgewiesener Spezialisten zusammengebracht und durch einen iterativen Entwicklungsprozess geführt. Einzigartige Komponenten wurden in Workshops getestet, das Konzept in Modellen überprüft und die Umsetzung im Austausch laufend weiterentwickelt.

Die Komposition des Wasserspiels besteht aus zwölf kugelförmigen Wasserdüsen aus Edelstahl, die in vier Dreiergruppen im Kreis angeordnet auf der Seeoberfläche schwimmen. Die zur Kreismitte geneigten Düsen spritzen glasklare Laminarstrahlen in drei unterschiedliche Höhen auf maximal 35 Meter. Im Herabfallen bilden die Strahlen geschlossene Wasserbögen, die sich zu Kuppeln verweben und ein räumliches Gewölbe entstehen lassen.

Die an gotische Bögen erinnernde Wasserskulptur verändert ihre Erscheinung laufend. Dafür sorgen Echtzeit-Signale seismischer Aktivität, die vom Schweizerischen Erdbebendienst der ETH Zürich aufgezeichnet werden. Das Pulsieren der Erde bildet den Rhythmus des Wasserspiels. Lokale Erschütterungen und weit entfernte Erdbewegungen werden unmittelbar ablesbar. Das Aquaretum passt sich in seiner Dimension zudem an meteorologische Gegebenheiten an.

Mit Einbruch der Dunkelheit ergänzt eine gezielte Beleuchtung die Choreographie des Wasserspiels. Dank Spezialleuchten in den Kugeldüsen phosphoreszieren die laminaren Wasserstrahlen von innen heraus. Zusätzliche sparsame und gerichtete LED-Scheinwerfer strahlen die höheren Wurfbereiche an und verdeutlichen die Wasserbögen. An Feiertagen und Festtagen wird durch eine Färbung ein besonderer Akzent gesetzt.

Adresse
Mythenquai bei 25, Hafen Enge, 8002 Zürich, Schweiz
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Aufgabe Gesamtleitung Planung und Realisierung Neugestaltung Springbrunnen
Auftragsart Planerwahlverfahren
Leistungen Machbarkeitsstudie, Projektierung, Ausschreibungsplanung, Ausführungsplanung, Generalplanung
Bearbeitungszeit 2017–2019
Herausforderung Einen Springbrunnen architektonisch verstehen
Fotografie
Gian Paul Lozza / David Fuchs, Michael Roggon (Metallatelier)