Schulanlage Ennetbaden

Schulanlage Ennetbaden, Fischer Architekten AG Zürich, Pausenhof
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Eine neue Schulanlage in Ennetbaden soll den Bestand räumlich als auch funktional stärken. Das Parkhausdeck über der Tunnelumfahrung ist gegenwärtig ein Stück Niemandsland ohne räumlichen Anschluss an den Stadtkörper. Seine ungelöste Gestaltung und Verortung ist nebst der zukunftsorientierten Erweiterung der Schulräumlichkeiten Hauptaufgabe dieses Wettbewerbs.

Die bestehende Schulanlage ist eine gewachsene Grossfigur im homogenen vorstädtischen Gefüge von Ennetbaden. Verbindendes Element ist die Setzung der Punktbauten auf der Hangkante. Diese formen eine Silhouette und fassen den Pausenplatz, der sich hangseitig leicht in das Terrain gräbt. Der vorgeschlagene Neubau fügt sich als weiterer kompakter, eigenständiger Baustein auf der Hangkante ein. Durch seine Form und Materialität bildet er mit dem Schulhaus Grendel (SHG) eine Spange um die verputzten Häuser und bindet das SHG stärker in die Schulanlage ein.

Der in Falllinie stehende Neubau dreht sich aus der vom Schulhaus37 (SH37) geformten Hangkante ab. So eröffnet sich die räumliche Verbindung vom Pausenplatz zur neu gestalteten Parklandschaft. Als Scharnier wirken die überdachte Pausenhalle sowie eine markante Aussentreppe: hier ist der Kreuzungspunkt zwischen den Schulhäusern und den Aussenräumen. 

Während das SHG als Flachbau die Grossfigur talseitig eröffnet, bildet der Neubau als Hochpunkt am oberen Rand des Schulareals deren Abschluss und Anker. Die gleichmässig stumpfen Aussenwinkel verleihen dem Haus die dafür gewollte Schwere und Ruhe. Der resultierende Knick in der Nordfassade betont die Verbindung zum neugestalteten Parkhausdeck über die Aussentreppe und die innere Raumfigur. Der markante Eingang ist vom ganzen Schulhof her auffind- und einsehbar und über ein Vordach mit dem SH37 verbunden. Über den Nebeneingang des Neubaus im 1. UG ist die hindernisfreie Verbindung der Aussenräume gewährt.

Um das heterogene Konglomerat von Schulgebäuden weiter zu stärken, strickt die Umgebungsgestaltung das bestehende Landschaftskonzept weiter – um das neue Schulhaus herum bis auf das Parkhausdeck: eine grosszügige, flexible Lernlandschaft auf vier Ebenen ersetzt die Kleinteiligkeit des heutigen Parkdecks. Zentrales Element der Raumstruktur ist der Erschliessungsraum. Durch die stumpfen Aussenecken öffnet sich dieser auf jedem Geschoss nach Norden hin ins besonnte Tal, in die Weite, in Richtung Limmat, die Bäder und das aufgewertete Zentrum von Ennetbaden. Vor dem diesen Ausblick rahmenden Landschaftsfenster entsteht ein grosszügiger, nicht frequentierter und sehr gut belichteter Bereich, der ideal als zusätzlicher Schul- und Lernraum genutzt werden kann.

Je Geschoss lagern drei Klassenzimmer mit Gruppenräumen an der zentralen Halle an. Die Klassenzimmer sind jeweils nach Osten, Süden oder Westen orientiert. Dadurch sind sie sehr gut belichtet und mit unterschiedlichen Aussenraumbezügen ausgestattet.
 

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Adresse
Grendelstrasse 9, 5408 Ennetbaden, Schweiz
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Aufgabe Ersatzneubau eines Schulhauses aus den 1960er-Jahren mit acht Klassenzimmern und zwei Kindergärten, Sanierung eines Schulhauses aus den 1930er-Jahren, Erweiterung der Schulanlage mit zusätzlichen Aussenräumen
Leistungen Wettbewerb, Vorstudie
Bearbeitungszeit 2018
Kubatur 12’000 m³
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