Passhöhe Unterer Hauenstein

Passhöhe Hauenstein, Fischer Architekten AG Zürich

Die Passhöhe Unterer Hauenstein zeugt von einer einzigartigen Ausgangssituation, was ihre Lage, Geschichte und Eingliederung im Landschaftsraum angeht. Der geplante Neubau deckt unterschiedliche Bedürfnisse ab – als Denkfabrik, Hotel und Ausflugsrestaurant. Die Architektur prägt durch ihre identitätsstiftende und kontrastierende Zylinderform die Nachbarschaft. Die Identität des Passes wird durch die neue Nutzung wieder gestärkt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Passhöhe Unterer Hauenstein liegt unweit der beiden wichtigen Verkehrsknoten Egerkingen für die Autobahn und Olten für die Eisenbahn, wo sich Nord-Süd- und Ost-West-Achsen kreuzen. Im Umkreis von rund 50 Kilometern befinden sich Zürich, Basel, Bern und Luzern sowie zahlreiche nationale und internationale Grossunternehmen. Schon seit der Römerzeit wurde die Passhöhe als Handelsweg und später auch für den Reiseverkehr rege genutzt. Erst nach der Eröffnung der A2 mit dem Belchentunnel im Jahr 1970 verlor der Untere Hauenstein – inzwischen mit Motel, Gaststätte und Tankstelle ausgestattet – seine verkehrstechnische und strategische Bedeutung.

Neben seiner langen Geschichte besitzt der Untere Hauenstein auch einen einzigartigen landschaftlichen Wert. Die modellierte Hügellandschaft besteht aus verschiedenen Raumkammern, Mulden und Kämmen mit kontrastierend und überraschend eingestreuten Bruchkanten aus kalkhaltigem Fels und Stein. Diese Rhythmisierung von sanft und scharfkantig, von lang und kurz, von tief und hoch charakterisiert den Ort. Das Grundstück liegt direkt am Waldrand, von wo aus der Blick bis zu den Berner Alpen schweift.

Den Bewohnern der beiden Gemeinden, der umliegenden Dörfer und der nahen Kleinstädte fehlt ein Ausflugsrestaurant, ein Ausgangsort zum Wandern, Fahrradfahren oder Golfspielen sowie Räume für grössere Anlässe. Die logistisch vorteilhafte geografische Lage ist Teil des Raumprogramms. Das neue Gebäude kann als Thinktank, als Forum, als Ort zum Lernen, zum Forschen, zum Austausch von Ideen genutzt werden.

Das Gebäude definiert auf der Passhöhe einen Orientierungspunkt. Dank dem gläsernen Erdgeschoss scheint der Körper sanft über dem Terrain zu schweben, die Grenzen zwischen Innen- und Aussenraum lösen sich auf. Die Identität des Passes wird durch die neue Nutzung wieder gestärkt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, während das Ensemble Strasse - Gebäude - Landschaft an die wichtige historische Bedeutung erinnert.

Das Erdgeschoss, wo das Gebäude in eine enge Verbindung mit der umliegenden Landschaft tritt, ist ein Ort für die Öffentlichkeit. Die unterschiedlichen Nutzungen können von der Eingangshalle aus durchlaufen werden. Das Untergeschoss hingegen ist der Ort der Meditation, während die Obergeschosse der informellen Begegnung sowie der Erholung dienen. Die rund 90 Zimmer befinden sich auf vier Regelgeschossen, die über drei Treppenhäuser erschlossen sind. Der Ausblick reicht bis zu den Alpen oder in den bewachsenen Innenhof. Das Erlebnis von Bewegung im Raum und die dadurch bewirkte soziale Interaktion sind ein charakteristisches Element des Bauwerks.

Adresse
Hauptstrasse 53–55, 4633 Hauenstein-Ifenthal, Schweiz
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Bauherrschaft
Privat
Aufgabe Ersatzneubau, Umzonung
Auftragsart Machbarkeitsstudie/Direktauftrag
Leistungen Machbarkeitsstudie
Bearbeitungszeit 2018–2023
Herausforderung Verdichtung innerhalb des Landschaftsraums