Brandriet-/Rütlistrasse, Effretikon

2. Preis, Brandriet-/Rütlistrasse, Effretikon
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Im Gebiet um den Bahnhof Effrektion wird eine neue Zentralität mit entsprechend hoher Dichte und neuer identitätsstiftender Silhouette entwickelt. Im Spannungsbogen zwischen urbanem Stadtkörper und dem ihm zugehörigen wichtigen Moosburgareal war im Wettbewerbsverfahren das neue «Passstück» zu entwerfen.

Der alte Dorfkern von Effretikon liegt inmitten von Ablagerungen früherer Gletscher, den sogenannten Drumlins. Diese tropfenförmigen Hügelformationen prägen den übergeordneten Landschaftsraum. Eine erste kontinuierliche Kernentwicklung in Richtung Norden hatte nach dem Eisenbahnanschluss um 1855 begonnen. Eine weitere, explosionsartige nach Osten begann in den 1970er-Jahren: ein Dorf wurde städtisch. Ein neuer «Stadtbaustein» an der Brandriet- und Rütlistrasse wird zwischen einer dichten Stadtstruktur und dem einzigartigen Landschaftsraum vermitteln.

Zwei nach Osten und zum Landschaftsraum hin offene, kammartige Baukörper wurden entworfen. Trotz baulicher Nähe zueinander gestattet ihre präzise Setzung überraschende Weitblicke innerhalb der Siedlung und über den einzigartigen Landschaftsraum hinaus. Durch Versetzen der Seitenflügel entsteht , abhängig der spezifischen Lage im stadträumlichen Kontext, Kopfbauten und dem Strassenraum folgend die Attika. Dank klarer Grundrissstruktur wird ein Wohnungsmix mit hoher Flexibilität erreicht und kann auch langfristig aktuellen Bedürfnissen gesellschaftlicher Entwicklungen gerecht werden. Die Hybridbauweise verfolgt den Ansatz, eine wirtschaftliche, robuste, hoch flexible und nachhaltige Rohbaustruktur auszubilden.

Die Materialität der Fassade, ihre Haptik und die daraus resultierende Raumstimmung geben eine Antwort auf den vorhandenen Landschaftraum und seine Vegetation. Die Beziehung des Materials zum Kontext mit seinen seichten Gewässern und Mooren, der Schilf- und Grasvegetation, fordert einen entsprechend sensiblen Umgang. Im Vordergrund stehen – trotz grossvolumiger Gebäude – der Wille und die Idee einer feinen, leicht wirkendenden und materiell differenzierten Fassadenkonstruktion, die mit der vorhandenen und neuen Bepflanzung in Beziehung steht. Holz als natürliches Material eignet sich in diesem Kontext ideal, um der Stimmung des Ortes und den funktionalen Bedingungen gerecht zu werden.

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Adresse
Brandrietstrasse 1–5, 8307 Illnau-Effretikon, Schweiz
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Bauherrschaft
Zürich Anlagenstiftung
Aufgabe
Neubau Mehrfamilienhäuser Brandriet- und Rütistrasse
Auszeichnung
2. Preis
Leistungen
Studienauftrag
Bearbeitungszeit
2016–2017
Herausforderung
Gestaltung des Übergangs eines neu entstehenden urbanen Wohnquartiers zum angrenzenden parkartigen Landschaftsraum